„Oh man, ich schaffe es einfach nicht!“ 

Ich stand auf, zog mir meine Schuhe und meine Jacke an und verließ meine Wohnung. Draußen wurde es langsam dunkel und ich war auf dem Weg zum nächsten Zigarettenautomaten. 

Es war mein x-ter Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören und wieder war ich gescheitert. Ich hatte das Gefühl, mein innerer Schweinehund war so viel größer und stärker als ich. Ich war mir sicher, mir fehlte es eindeutig an Willenskraft und Disziplin.

Noch auf dem Weg zurück zu meiner Wohnung, rauchte ich auch schon wieder meine erste Zigarette. Und zugegeben ein Teil in mir genoss es in vollen Zügen, doch der andere dagegen fühlte sich schlecht und schwach! Wieder einmal hatte ich versagt, wieder einmal war ich zu schwach.

 

Werde ich es jemals schaffen?

Es schien mir unglaublich schwer und anstrengend. Immer wieder hörte ich von anderen, die es geschafft hatten. Sie erzählten, dass es sie viel Anstrengung und eisernen Willen gekostet hätte und es nicht immer einfach gewesen wäre, sie aber schlussendlich „gesiegt“ hätten.

Das hörte sich furchtbar an! Wer wählt denn freiwillig so einen Weg?

Einen Weg voller Qual, Anstrengung und Entbehrung. Nein! Das war nun wirklich nicht das, was ich wollte. Immerhin wollte ich mein Leben genießen. Welches ohnehin doch viel zu kurz ist, um es mit Verboten zu verbringen. 

So war ich in einer Sackgasse gefangen. Ein Teil in mir wollte definitiv etwas verändern, der andere hatte Angst vor dem „Verlust“.

Vielleicht kennst auch du solche oder ähnliche Situationen. Eigentlich würdest du gerne deinem Laster entkommen, aber du findest einfach keinen Weg raus? Du hast vielleicht auch schon etliche Versuche gestartet, aber nichts wollte so richtig klappen?

Dann ist dieser Artikel für dich! Und ich hoffe, er kann dich inspirieren, deinen Weg rauszufinden und dir zeigen, wie leicht es sein kann. Ohne Disziplin oder Willensstärke.

Obwohl ich sicher bin, dass der Mangel an Willensstärke nicht das Problem ist.

 

Das Letzte, wovon ich noch mehr brauchte, war Willensstärke.

Manchmal bin ich noch spät in der Nacht wieder losgegangen, um mir eine neue Zigarettenschachtel zu holen. Dabei spielte es wirklich keine Rolle, wie viele Nicht-Geld-annehmende-Automaten ich überwinden musste und wie viel ich dafür von meinem kostbaren Schlaf opfern musste. Ich nahm alles in Kauf, nur um das zu bekommen, was ich begehrte.

Das Problem war also nicht ein Mangel an Willenskraft. Das Problem war der falsche Blickwinkel!

Denn wenn wir einem Laster „erliegen“, sei es Rauchen, ein Übermaß an ungesunder Nahrung oder andere Dinge, werden wir sehr kreativ, wenn es darum geht, Gründe zu finden, weshalb es sich nicht lohnt „etwas aufzugeben“.

  • Man lebt doch nur einmal! Da sollte man jeden Tag genießen und sich nicht das Leben schwer machen durch Verbote.
  • Ich bin eben ein Genussmensch.
  • Mir schmeckt es halt.
  • Ich bin nicht so stark oder diszipliniert wie andere.

Die Wahrheit ist, unser Laster gibt uns keine Lebensqualität, sondern nimmt sie uns. Wir sind dadurch nicht freier, sondern in unserem eigenen kleinen Gefängnis.

Und immer wieder kommen die Momente, in denen uns genau das klar wird. Was dann oft zu einem weiteren Versuch führt, dem Ganzen zu entkommen. Und mit jedem misslungenen Versuch wird die Verzweiflung immer größer und größer.

 

Rettung naht!

Kein Grund zur Sorge, denn genau in solchen Momenten kommen viele helfend an unsere Seite. Diäten in allen Farben und Formen, Nikotinpflaster, Kaugummis und so vieles mehr, das unser Problem lösen soll.

Aber Tatsache ist: Nichts davon macht dich von alleine schlank oder zum Nichtraucher oder zu einem besseren Menschen oder sonst irgendwas!

Die Wahl eines dieser Hilfsmittel ist wie die Wahl, ob du, bevor du einen Fluss überquerst, deinen alten Badeanzug an behältst oder dir vorher einen schicken neuen Bikini oder eine Badehose kaufst. Es kann dir einen Motivationsschub geben, doch auch der wird dich nicht von alleine rüberbringen! 

Es gibt nur einen einzigen Weg, um rüberzukommen – DU schwimmst! Und die Frage, was du währenddessen trägst, ist nicht so entscheidend wie die Frage, wie du es tust!

1. Möglichkeit:
Du schwimmst gegen die Strömung. Weil das andere auch so gemacht haben und wenn es so viele andere tun, dann muss es ja richtig sein. Und du weißt ja: Der Weg raus muss hart und anstrengend sein.

2. Möglichkeit:
Du lernst die Strömung für dich zu nutzen und lässt dich beim Überqueren des Flusses von der Strömung unterstützen.

Und genau diese 2. Möglichkeit war im Frühling 2007 mein Weg weg vom Raucher-Dasein. Ohne Willensstärke, Disziplin oder Kaugummi & Co.

Es begann mit einem Buch.

Durch Zufall entdeckte ich das Buch von Allen Carr „Endlich Nichtraucher!“. Aus Neugierde begann ich es zu lesen. Als ich auf der letzten Seite des Buches angekommen war, klappte ich es zu, nahm meine Zigarettenschachtel und warf sie in den Müll.

Das war es! Das Ende meiner Raucherkarriere. Ganz unspektakulär.

Keine Entzugserscheinungen, kein anstrengender und harter Weg. Ich hörte einfach auf!

 

Was ist das Geheimnis?

Nach fast 10 Jahren und am Höhepunkt meiner Raucherkarriere schaffte ich es jeden Tag mindestens eine Schachtel zu rauchen. Und schon allein der Versuch aufzuhören machte mich schlecht gelaunt, unzufrieden und zu keiner besonders guten Gesellschaft. 

Doch plötzlich hörte ich einfach auf. Einen Tag nach Beendigung meines Raucher-Daseins verbrachte ich Zeit mit Freunden, die gerne und viel rauchten. Doch es lockte mich schlichtweg nicht mehr. Ich beneidete sie nicht mehr!

Ist also dieses Buch das Geheimnis? Der Geheimtipp für jeden Raucher, der zum Nichtraucher werden will?

Tatsächlich dachte ich einige Zeit genau das. Ich war davon überzeugt, wer auch immer mit dem Rauchen aufhören wolle, müsse einfach dieses Buch lesen und schon wird er ganz schnell zum Nichtraucher.

Die Wahrheit: Ich erzählte jedem in meinem Freundeskreis von diesem Buch und viele kauften es sich und begannen es zu lesen. Aber nur wenige hörten danach tatsächlich endgültig auf. Lange war es mir ein Rätsel! Ich konnte nicht verstehen, wieso schafften es manche und andere wieder nicht? Hatten sie es vielleicht nicht richtig verstanden? 

Ich denke, einige hatten sich auch erhofft, dass dieses Buch dieses Wunder-Hilfsmittel ist, welches sie von alleine auf die andere Seite des Flusses bringt. Doch das tut es nicht und das hatte es auch bei mir nicht bewirkt!

Tatsächlich zeigte es mir nur, dass ICH das Problem und die Lösung bin. Ich musste meinen Blickwinkel ändern.
Ich verstand, dass ich meine Gedanken, Glaubenssätze und Denkweise überprüfen und verändern musste.

Genau das tat ich! Das tatsächliche Geheimnis meines Erfolges war schlicht ICH. 

Wir beginnen alle aus einem Grund!

Wir beginnen mit dem Rauchen, weil wir uns als „Draufgänger“ sehen, frei nach dem Motto: Born to be wild. Oder weil wir dann anders sind, nicht so spießig wie die anderen oder uns zugehörig fühlen wollen oder, oder… . Es gibt viele verschiedene Gründe, weshalb wir beginnen. Und einer meiner ersten Schritte war meinen Grund herauszufinden. Weshalb hatte ich damit begonnen?

„Ich tue eben, was ich will und genieße mein Leben!“ Das hörte ich sehr oft aus meinem Mund. Somit sah meine Gleichung so aus:

Rauchen = Ich genieße mein Leben und tue was ich will, weil ich frei bin.
Nun sind Freiheit und das Leben genießen für mich zwei sehr wichtige Werte und vieles richtet sich danach aus.
Ich fand heraus, dass ich das Rauchen genau mit diesen zwei Werten in Verbindung brachte. Und ich entdeckte i
mmer wieder neue Glaubenssätze, die das Rauchen mit Spaß und Vergnügen verknüpften.

Frei ist, wer tut was er will!

Doch hier beißt sich die Katze sprichwörtlich in den Schwanz. Genau dieses Gefühl von „ich will frei sein“, bringt uns doch auch dazu, dem Ganzen entkommen zu wollen. Denn genau das sind wir dadurch eben nicht mehr.

Um zu verstehen, weshalb du deinem Laster bisher nicht entkommen konntest, musst du dir selber mehr zuhören. Deine Gedanken wahrnehmen, deinen Grund kennen.

Deine Gedanken, Ansichten, wichtigsten Werte und Glaubenssätze zu kennen hilft dir dabei zu verstehen, weshalb du es tust. Und was du deiner Meinung nach verlierst, wenn du aufhörst. Dich zu kennen und zu verstehen bedeutet, die Strömung des Flusses zu nutzen, um rüberzukommen. Anstatt immer und immer wieder gegen dich anzukämpfen. 

VIER FRAGEN FÜR DEIN JOURNALING:
 
1.Was ist dein Warum? Warum hast du angefangen? Welche Gedanken haben dich geleitet?

 
2. Welche negativen Gedanken und Glaubenssätze hast du? Was hält dich zurück?
 
3. Beschreibe, wer du ab jetzt bist. (Für mich war ich damals ab Tag 1 Nichtraucher. So habe ich gedacht und gehandelt. Die Identität eines ehemaligen Rauchers wollte ich nie annehmen). 
 
4. Wer kann dich auf deinem Weg unterstützen? Schreibe die Personen auf, von denen du weißt, dass sie einen positiven und motivierenden Einfluss auf dich haben. Wo könntest du ein solches Umfeld finden, wenn du aktuell so eine Person noch nicht in deinem Umfeld hast?

MIT LEICHTIGKEIT ABSICHTSVOLL LEBEN

Wenn du möchtest, unterstütze auch ich dich im Online-Training  Journal your Life  3 Wochen lang dabei dir Klarheit über deine Ziele zu verschaffen, neue Routinen in deinem Alltag zu etablieren und mit Orientierung, Fokus und kreativer Leichtigkeit in ein absichtsvolles und erfülltes Leben zu starten. 

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Was hat dir geholfen, um deine Ziele zu erreichen? Schreib es gerne unten in die Kommentare.